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Die Entstehung eines neuen Covers

Als Selfpublisherin schreibt man nicht nur. Es ist eine vielseitige Aufgabe und genau das liebe ich daran. Ich bin nicht nur Autorin, sondern auch Lektorin, Illustratorin, Graphikerin, Kommunikations- und Marketing-Managerin. Für mein aktuelles Projekt, das im Dezember erscheinen wird, habe ich die Aufgaben der Autorin und Lektorin bereits abgeschlossen. Im Moment bin ich als Illustratorin tätig, das heißt, ich male das Cover des neuen Romans.
Lange habe ich hin und her überlegt: Soll ich das Cover mit großem Tam-Tam und Countdown enthüllen? Oder soll ich meine Leser/innen am Entstehungsprozess beteiligen. Weil sich viele vielleicht nicht vorstellen können, wie die Entstehung eines Covers von statten geht, und weil ich gerne transparent arbeiten möchte, damit meine Leser/innen hautnah an meinen Geschichten dran sind, habe ich mich dazu entschlossen, Euch mit auf die Reise von der weißen Leinwand zum Buchcover zu nehmen. In den nächsten Tagen folgen also ein paar Posts, bis das Cover fertig ist. Viel Spaß :)

Am Anfang steht die Frage: Was für eine Leinwand? Für Lucrum kaufte ich damals eine 3D-Leinwand, die besonders dick und stabil ist. Für Lucrum II habe ich auf die Schnelle leider nur eine normale Leinwand bekommen, die ich jetzt hier nicht darstellen möchte, denn einen weißen Hintergrund kann sich wohl jeder vorstellen ;) Für mich war klar, dass Lucrum und die Fortsetzung miteinander harmonieren müssen. Beide Bücher bilden den Rahmen um eine Geschichte. Ich entschied mich, ähnlich wie bei Lucrum vorzugehen, nur wollte ich Lila als Primärfarbe wählen. Leider hatte ich davon nicht mehr sonderlich viel (ich habe mich eigentlich kaum auf die Deckblattgestaltung vorbereitet, weil ich so lange mit Schreiben, Korrigieren und der Lesung zu tun hatte) und aus Versehen wurde die Leinwand dann blau und sah genauso aus wie Lucrum. Das kostete mich einen ganzen Tag, weil ich mit Ölfarben male. Ölfarben brauchen verhältnismäßig lange zum Trocknen, deswegen ließ ich das Bild über Nacht ruhen und kaufte mir am nächsten Tag Lila. Leider musste ich mich mit einer fremden Marke zufrieden geben, da ich in der Schweiz noch nie Farben gekauft habe. Entsprechend aufgeregt war ich, als ich das Lila mit meinen eigenen Farben mischte. Ich trug alles in verschiedenen Abstufungen auf die Leinwand auf und musste feststellen, dass sich die Farben nicht allzu prächtig verstehen. An jeder Stelle, an der ich Lila gemischt habe, glänzt die Leinwand jetzt. Alle andere Stellen sind matt. Macht aber nichts, da ich die fertige Leinwand ohnehin noch photoshoppe.

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Bis ich anfing zu malen, wusste ich übrigens nicht, was ich malen würde: eine Sonnenfinsternis oder einen Halbmond. Die Sonnenfinsternis greift wunderbar das Motiv von Lucrum wieder auf: Mond und Sonne, die für Emma und Noah stehen. Doch ich zweifelte, dass ich eine Sonnenfinsternis erkennbar umsetzen konnte, also wählte ich die sichere Variante des Halbmondes. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich selten zufrieden mit meinen malerischen Arbeiten bin. Diesmal bin ich jedoch tatsächlich selbst begeistert, vor allem weil ich weiß, wie sich der Mond bis zum Schluss des Gestaltungsprozesses noch verändern wird.

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Es ist immer schwierig, mit hellen und dunklen Farben zu arbeiten, wenn sie noch flüssig sind. Deswegen erkennt ihr auf dem oberen Bild einen vorsichtigen Abstand, den ich erstmal gelassen habe. Um beides miteinander zu verbinden, bin ich die Grenze mit einem trockenen Pinsel entlang gefahren. Das ist bei Ölfarbe wohl das Geheimnis der perfekten Farbverschmelzung: saubere, trockene Pinsel. Leider hat man hinterher jede Menge zum Reinigen und das ist, was ich am Malen verabscheue: Die Pinsel mit dem widerlichen Pinselreiniger zu säubern. Davon wird man definitiv high…
Dass die Farben auf den einzelnen Fotografien unterschiedlich sind, liegt übrigens daran, dass ich einen ganzen Tag lang gearbeitet habe und sich dadurch die Lichtverhältnisse verändert haben. Na gut, und weil ich Fotos mit meiner Handykamera mache :D

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Die verschwommene Grenze zwischen der hellen und der dunklen Seite des Mondes erkennt Ihr auf den unteren beiden Bildern, genauso wie eine schwarze Silhouette, die am unteren Bildrand entsteht. Na, wer weiß, was das wird?

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