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Ein Buch über Nacht?

Der Titel dieses Beitrages mag ein wenig verwirrend klingen. Ein Buch über Nacht? Lesen? Das klingt realistisch. Harry Potter und der Feuerkelch habe ich immerhin an einem Tag gelesen. Wieso dann nicht in der Nacht? Aber a) möchte ich ein Buch über Nacht schreiben und b) eher im übertragenen Sinne.
Diese verrückte Idee hat mir die Selfpublisherin Jenny Karpe eingepflanzt, die im Februar diesen Jahres das Projekt Ein Roman in drei Tagen startete – und es heute nie wieder tun will. Trotzdem kam ihr Roman Zwei Kontinente auf Reisen Ende August heraus. Wer Interesse an ihrem Projekt hat, kann sich durch ihren Blog klicken und durch ihre Gedanken dazu lesen. Mich hat ihr Abschlussbericht nicht abgeschreckt. Im Gegenteil, ich will es selbst versuchen. In den letzten Wochen finde ich kaum Zeit, um an Lucrums Fortsetzung zu arbeiten. Mein Ziel war es, sie Weihnachten 2016, genau ein Jahr nach Lucrums Erscheinen, zu veröffentlichen. Doch wenn ich in diesem Tempo weiterarbeite, wird es frühestens Weihnachten 2017, bis Lucrum II erscheint. Obgleich ich meinen Job für die Fortsetzung auf 80 % reduziert habe, finde ich trotzdem selten Zeit. Als Selfpublisher drängeln sich immer 1000 andere Dinge zwischen Dich und Deinen Schreibprozess. Ich mag die Vielfalt meines Berufs, aber manchmal ist sie einfach zeitraubend. Aktuell arbeite ich an mehreren Projekten gleichzeitig. Ende Oktober wird meine erste Lesung stattfinden. Diese will organisiert, vorbereitet und beworben werden. Dann wurde es Zeit für eine neue Web-Präsenz, die immer noch nicht fertig ist. Das, worauf es eigentlich ankommt, weshalb ich das ganze Rundherum überhaupt veranstalte, kommt manches Mal gnadenlos zu kurz.
Deswegen möchte ich meiner lieben Kollegin Jenny nacheifern und dieses wahnsinnige Projekt in Angriff nehmen. Vielleicht fragt sich der ein oder andere an dieser Stelle, warum ich von “wahnsinnig” spreche. Nun, das, was mich erwartet, sind drei Tage á 14 Stunden Schreiben. Pro Stunde müssen 1428 Wörter auf’s virtuelle Papier gebracht werden, damit mein Selbstversuch gelingt.
Meine Vorbereitungen bestehen darin, dass ich meinen Plot für meine Verhältnisse sehr genau ausarbeite. In der Regel und bei normalem Schreibtempo erwartet mich am Anfang eines jeden Kapitels eine fünf- bis zehnzeilige Zusammenfassung meiner Ideen. Alles andere kommt mehr oder minder spontan. Das kann ich mir in meinem 3-Tages-Projekt natürlich nicht erlauben. Also erweitere ich meinen Plot auf insgesamt drei Seiten pro Kapitel (was genau genommen noch immer recht wenig ist). Charakterstudien kommen dann noch separat dazu.
Jenny beschrieb auf Neobooks starke Schmerzen beim Schreiben, die sie besonders in den letzten beiden Tagen gequält haben. Ich denke, als Berufs-Texterin, die den ganzen Tag am PC sitzt, habe ich ganz gute Voraussetzungen. Trotzdem habe ich mir eine separate, ergonomische Tastatur bestellt, die laut Apple die Tipp-Geschwindigkeit sogar noch um 30 % steigern soll. Ob letzteres heiße Luft ist, berichte ich dann wahrscheinlich nach den drei Tagen. Weil ich fürchte, Rückenschmerzen bei 14 Stunden Schreiben am Tag zu bekommen, wird mich die Tastatur noch durch ihre Kabellosigkeit verwöhnen. Das heißt, ich kann flexibel die Positionen wechseln. Zu meinen liebsten Schreiborten gehören mittlerweile:

  1. Der Schreibtisch
  2. Der Boden
  3. Die Récamiere
  4. Das Bett

Zusätzlich werde ich Jennys Tipp befolgen und meine Handgelenke polstern, um den Schmerzen vorzubeugen.
In den drei Tagen werde ich mir während der 14 Stunden absolutes Internet-Verbot erteilen. Recherchen, die im Verlauf nötig werden könnten, müssen nach hinten verschoben werden, weil sie unnötig Zeit kosten könnten. Außerdem kenne ich mich zu gut. Ich könnte ja mal gucken, ob es was Schönes bei Amazon gibt… Ja, gibt es. Aber verdammt nochmal erst nach den drei Tagen!!!!
Ansonsten hoffe ich auf meinen persönlichem Motivator, Koch und seelischen Aufbauer alias der Mitbewohner. Er ist von meinem Vorhaben eher so mittelmäßig begeistert. Vielleicht esse ich in der Zeit also einfach gar nichts. Das wäre dann ein nettes Add-on zum fertigen Buch: ein bisschen abspecken.
Auf Instagram könnt Ihr hautnah bei meinem Vorhaben dabei sein #60000wörterin3tagen

Ich wünsche uns allen viel Spaß :)

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