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Gemeinschaften im Untergrund

Des Nachts erfüllt das Knallen kleinerer Explosionen die Straße, Geschrei und Gezeter hört man hier eigentlich immer. Denn Sontico ist jener Stadtteil, in dem Mensch und Magique Tür an Tür leben. Der lateinische Name, der in unseren Zungen nichts anderes als „gefährlich“ bedeutet, ist hier Programm. Für den Hauptsitz des Roten Mondes, dessen Ziel die Einigkeit von Mensch und Magique ist, gibt es keinen besseren Ort. Im Keller eines heruntergekommenen Mehrfamilienhauses haben sie ihre Zentrale eingerichtet und agieren von dort aus, um die Unruhen zu schlichten.

Wer kennt sie nicht? Jene Gruppen, die sich in Büchern gegen das bestehende System auflehnen und für eine neue, vielversprechendere Zukunft stehen? Um eben jene Gruppen soll es bei unserer Schnitzeljagd durch Varia gehen, denn heute gelangen wir an den Ort, den der Rote Mond als Basis nutzt. Der Rote Mond? Nein, das ist keine Band, die in einer der Spelunken der Stadt auftritt. Der Rote Mond ist eine Bewegung, die die Gleichberechtigung zwischen Menschen und Magique herstellen will. Denn wie in unserer Welt ist dies auch ein sensibles Thema in Varia: All seine Bewohner, ob mit magischen Fähigkeiten, krummen Nasen, hochgewachsenen Flügeln oder vollkommen nicht-magisch, atmen dieselbe Luft, fühlen und leben. Was macht die einen besser? Die anderen schlechter? Und wer ist überhaupt besser? Wer schlechter? Diesen Fragen stellt sich der Rote Mond – in der Hoffnung, eine Gemeinschaft zu schaffen, in der Mensch und Magique miteinander und nicht gegeneinander leben können.

Die Außenseiter

Würden sich solche Gruppierungen im Fußball den herrschenden Systemen stellen, so würden sie zweifelsohne als Außenseiter tituliert werden. Aber sind sie das wirklich? Lasst uns einen Blick auf Rebellionen und ihre Folgen werfen und jene Gruppen beleuchten, die es in Romanen wagen, sich zu erheben. Welche fallen Euch spontan ein?

DA und Phönixorden

Zuallererst denke ich natürlich an Harry und die DA. Das kam mir sofort in den Sinn, als ich das Thema zum heutigen Tag der Schnitzeljagd definiert habe. Die DA ( =Dumbledores Armee) wird von Harry, Ron und Hermine im fünften Band der Potter-Reihe ins Leben gerufen, als Professor Umbridge das Regime in der Schule übernimmt. Die kleine Gruppe verschiedener Schüler kämpft gemeinsam gegen die Ungerechtigkeiten, die fortan in Hogwarts geschehen. Sie stehen füreinander ein und wehren sich. In diesem Zusammenhang muss natürlich auch der Orden des Phönix genannt werden. Dieser besteht schon seit der Zeit, bevor die Geschichte überhaupt spielt, gegen den Dunklen Lord und seine Gefolgschaft. Doch zu Harrys Zeiten ist der Phönixorden gezwungen, im Verborgenen zu agieren. Letztlich haben seine Mitglieder einen letzten großen Auftritt in Band sieben. Ob sie siegen werden? Nun, die Antwort darauf ist wahrscheinlich kein Geheimnis mehr.

Das schlagende Herz von Dystopien: Außenseiter gegen das System

Auch in Veronica Roths Divergent-Serie geht es um eine kleine Gruppe, die sich gegen das bestehende System auflehnt. Mehr oder weniger freiwillig gerät die Hauptfigur Tris mitten in diesen Kampf und rüttelt an den Grundfesten ihrer Gesellschaft. Ähnlich vom Aufbau sind auch die Bücher Delirium, Pandemonium und Requiem von Lauren Oliver. Auch hier wendet sich eine kleine Gruppe gegen ein übermächtiges System. Diese Reihe hat mich vor vielen Jahren so sehr beeindruckt, dass für mich eines feststand: Sollte ich je ein Buch veröffentlichen, dann muss es unbedingt einen lateinischen Titel tragen.

Was ist richtig? Was ist falsch?

Prägend war allerdings auch der Gedanke der Reihe von Lauren Oliver, bzw. jener, der mit Geschichten dieser Art mitschwingt: Was ist richtig? Was ist falsch? Das Gut-Böse-Konstrukt kann hier nämlich nicht mehr angewandt werden. Ein bestehendes System vs. eine rebellierende Gruppe? Wer ist hier gut? Und wer böse? Unabhängig davon, wie dieses System aufgestellt wurde, gibt es Menschen, die es aus Überzeugung leben. Liegen sie automatisch falsch, bloß weil der Held der Geschichte anderer Meinung ist und einen Umsturz fordert?

Nicht immer schwarz oder weiß

In Varia möchte ich dieses Konstrukt aufbrechen, indem ich zwei Parteien einander gegenüberstelle: Der Rote Mond kämpft für Gleichberechtigung. Die Liga hingegen für mehr Macht für das eigene Volk, das lange von den Menschen unterdrückt wurde. Welche Gruppe würdet Ihr unterstützen?
In Büchern ist vieles schwarz und weiß. Ich mag aber Grau! Deshalb habe ich mit Varia eine Welt erschaffen, in der auf den ersten Blick nichts ist, wie es scheint. Eine Welt, die mit bekannten Konstrukten bricht und die in kommenden Büchern der Reihe ein noch viel genaueres Profil zeichnen wird.

*Unsere Schnitzeljagd führt uns durch ganz Varia. Auf jedem Blog, auf dem wir Halt machen, gibt es ein spannendes Rätsel, das Euch dem Lösungswort einen Schritt näher bringt. Sammelt alle Buchstaben und schickt das Lösungswort an gewinnspiel@anikaackermann.com, um eine Premium Box im Wert von 30 Euro zu gewinnen.

1 Comment

  • Reply
    karin
    04/08/2018 at 16:04

    Hallo und guten Tag,

    Danke für einen weiteren Einblick in den Roman.

    LG..Karin…

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