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Wie schreibt man ein Buch?

 

Wenn ich den Menschen erzähle, was ich mache, ist die Reaktion oftmals dieselbe: ein befremdliches Stutzen und “Schreiben? Also das könnte ich nicht!” Meistens folgt dann noch: “Wie schreibt man ein Buch?” Mit dieser Frage werde ich immer ein wenig aus dem Konzept gebracht, denn was wäre eine angemessene Antwort? Wie schreibt man denn eigentlich ein Buch??
Ich behaupte, inzwischen eine gewisse Routine entwickelt zu haben, was das Schreiben eines Buches angeht. Also klammere ich meinen ersten Versuch mit Lucrum mal aus, denn damals wusste ich wirklich nicht, was ich da tat. Ich plane meine Bücher in der Regel mehr oder weniger genau. Ich schreibe nicht mehr drauf los, wie ich es bei Lucrum tat, sondern plane Figuren und Plot. Ich habe einen Charakterisierungs-Bogen, den ich für jede Hauptfigur ausfülle. Am Ende kenne ich den sehnlichsten Wunsch meines Protagonisten sowie die Lieblings-Eiscreme meines Bösewichts. Das sorgt dafür, dass ich gut einschätzen kann, wie meine Figuren sich in bestimmten Situationen verhalten, denen sie sich im Verlauf des Buches stellen müssen.
Ein durchgeplanter Plot gibt mir beim Schreiben eine enorme Sicherheit. Bei Lucrum hatte ich das nicht. Ich habe wahnsinnig viel Zeit für Szenen verschwendet, die ich am Ende gestrichen habe, weil sie ins Nichts führten. Heute kommt das nur noch selten vor, weil ich recht genau weiß, wo ich hinmöchte. Ab und an wandelt eine Figur auf eigenen Pfaden und tanzt aus der Reihe. Aber das kann der Geschichte natürlich auch spannende Momente verleihen. Ich finde es ohnehin faszinierend, dass sich die Figuren irgendwann über die Tastatur hinaus entwickeln. Früher habe ich nie verstanden, wenn Autoren davon sprachen: Die Figur habe eigenmächtig gehandelt. Heute verstehe ich es.
Was unbedingt notwendig ist, um ein Buch zu schreiben, ist Zeit. Für Lucrum brauchte ich zwei Jahre. Für Damnum knapp ein halbes Jahr, wobei ich den Großteil des Romans innerhalb einer Schreib-Challenge von drei Tagen geschrieben habe. Für Soul brauchte ich weniger als ein halbes Jahr. Der Sprung von zwei Jahren auf ein halbes ist natürlich immens. Das liegt daran, dass ich in meinem Beruf dankenswerterweise auf 80% zurückstufen konnte. Damit wurde der Freitag zu meinem Autoren-Tag. Aber auch sonst nutze ich jede freie Sekunde zum Schreiben/ Überarbeiten/ Formatieren und was sonst noch so ansteht. In meiner Mittagspause schreibe ich eigentlich immer und am Abend plane ich meist noch eine Stunde zusätzlich ein. Das Ziel, das ich vor Augen habe – das Buch später in den Händen zu halten – treibt mich an. Ebenso wie der Zuspruch meiner Leser. Das ist die Quintessenz, um ein Buch zu schreiben, während der Ausgangspunkt die Idee ist.

Meine Zutaten für das Schreiben eines Buches zusammengefasst

  • Zeit und Geduld
  • Eine Idee, die fesselt und Dich bis in die Träume verfolgt
  • Charakterisierungen und Plot
  • Eine Prise Feenstaub/ der Kuss einer Muse/ fließende Ideen – man nenne es, wie man will

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